Ausflugs- und Reiseziele

Das Seiffener Freilichtmuseum – Eine Reise in die Vergangenheit

Bei zwei Stationen unseres Urlaubes im Erzgebirge konntet Ihr uns schon über die Schulter schauen. So habt Ihr uns zum Stübelmacher Gunter Flath und zur Manufaktur Richard Glässer begleitet. Heute nehmen wir Euch mit zu unserem Besuch im Erzgebirgischen Freilichtmuseum in Seiffen.

 

 

Eine kleine aber feine Museumsanlage

 

Das Freilichtmuseum wurde bereits im Jahr 1973 eröffnet. Was viele nicht wissen, das Freilichtmuseum ist eine Abteilung des Spielzeugmuseums in Seiffen. Daher kann man im Freilicht- sowie im Spielzeugmuseum eine Kombikarte erstehen. Diese berechtigt zum Eintritt in beide Museen und lohnt sich absolut, wenn man sowieso beabsichtigt beide Einrichtungen besuchen zu wollen.

Eine Info für die Hundehalter, sowohl im Freilichtmuseum als auch im Spielzeugmuseum sind Hunde kein Problem. Sie werden hier, wie wir übrigens vielerorts im Erzgebirge erleben durften, ebenso herzlich willkommen geheißen wie das zweibeinige Ende der Leine! 😉

Doch das nur am Rande.

Das Freilichtmuseum Seiffen beherbergt mittlerweile 14 verschiedene Gebäude. Sämtliche Bauwerke, die wir hier bestaunen konnten, wurden in der Region „Mittleres Erzgebirge“ abgetragen und auf der Museumsanlage wiederaufgebaut. Erkennen lässt sich auch hier ein Schwerpunkt und der liegt auf der traditionellen Verarbeitung und Bearbeitung von Holz sowie auf der Spielwarenfertigung im Erzgebirge.

 

 

Sämtliche Gebäude wie zum Beispiel das Spankorbmacherhaus, Flößerhaus oder Waldarbeiterwohnhaus können nicht nur von außen sondern ebenfalls von innen bestaunt werden. Denn die Gebäude wurden nicht nur von außen sondern auch von innen mit viel Liebe zum Detail entsprechend hergerichtet. Als Besucher bekommt man so einen Einblick in das Leben damals und kann erahnen, welchen Berufsbildern es möglich war, der Familie die ein oder andere Annehmlichkeit zu ermöglichen. Zusätzlich versorgen Infotafeln, die an den Hausfassaden sowie im Innern der Gebäude zu finden sind, den interessierten Besucher mit allerlei Wissenswertem.

 

 

 

 

Das Seiffener Wasserkraft Drehwerk – Das Highlight der Museumsanlage

 

Mit ihrer Größe von etwa 3 Hektar handelt es sich bei der Seiffener Museumsanlage nun nicht um ein besonders weitläufiges Areal. Dennoch vergeht die Zeit auf dem Gelände wie im Fluge, insbesondere dann, wenn man dem Reifendreher einen Besuch in seiner Werkstatt abstattet. Besagte Werkstatt ist in einem Wasserkraft Drehwerk von 1760 untergebracht.

 

 

 

Seit etwa 1800 ist Seiffen sowie die Umgebung bekannt für das Reifendrehen. Eine Tätigkeit die man sich so eigentlich gar nicht vorstellen kann, sondern tatsächlich sehen muss, um eine Ahnung davon zu bekommen welch enormes gestalterisches und handwerkliches Vermögen dahintersteckt. Ebenso nicht unterschätzt werden sollte das erforderliche Augenmaß sowie das Vermögen, sich Formen sehr gut vorstellen zu können.

 

 

Denn ob das Profil tatsächlich etwas geworden ist, dass ist erst nach dem Aufspalten des Rings ersichtlich. Da dann erst, im Querschnitt, die beabsichtigte Gestalt zu Tage tritt.

 

 

Aus einem Ring oder Reifen werden dann etwa 40 – 60 Rohlinge abgespalten, die im Anschluss noch beschnitzt und bemalt werden. Obgleich es sich hier um eine anspruchsvolle Tätigkeit handelt, die mit enormem Können einhergeht, dient diese besondere Form der Langholzdrechselei vor allem dazu möglichst günstig und rationell Schnitzrohlinge für die Herstellung von Spielzeugtieren zu produzieren.

 

 

Wer das Freilichtmuseum Seiffen besucht, der sollte also unbedingt dem Reifendreher im Wasserkraftdrehwerk einen Besuch abstatten und sich dieses faszinierende Handwerk einmal anschauen. (Und dabei die Zeit vergessen)

Allerdings werden die Maschinen heute nur noch zu besonderen Anlässen mit der Kraft des Wassers angetrieben. An „normalen“ Tagen muss schnöde Elektrizität ausreichen. Was allerdings der Faszination keinen Abbruch tut.

 

* Dieser Artikel kann aufgrund von Orts- und Markennennungen Spuren von Werbung enthalten. Dennoch ist er nicht im Rahmen einer Kooperation entstanden.

 

 

 

 

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